Wasser- und Abwasserzweckverband „Eichsfelder Kessel“ – Notfallrufnummer (24h): 036076.569–0

 

Tipps aus dem Fachbereich Abwasser

 


 

Was man wissen sollte

Rückstauhandbuch            siehe http://www.aqua-ing.de/html/rueckstauberatung.html

Versickerungshandbuch    siehe http://www.aqua-ing.de/html/versickerung.html

Dichtheitsprüfung

– von Abwasserleitungen  siehe http://www.abwasserleitung-pruefen.de

– von Kleinkläranlagen    bitte hier klicken

Regenwasserrückhaltung  siehe Kombizisterne: Nutzung und Rückhaltung

Information zur Planung und Herstellung von Grundstücksentwässerungsanlagen für Planer, Bauherren und ausführende Baufirmen

Die Planung und Herstellung der Grundstücksentwässerungsanlage ist nach den derzeit gültigen EN- und DIN-Normen sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik durchzuführen.

Hier erhalten Sie einige zusätzliche Anregungen und nützliche Tipps zur Planung und Herstellung eines Grundstücksanschlusses. Ein stichpunktartiger Leitfaden soll helfen, eventuelle Fehler und späteren Ärger beim Betrieb für den Bauherrn bzw. bei der Abnahme durch den WAZ „Eichsfelder Kessel“ zu vermeiden.

Folgendes wird erläutert:

1. Erstellung und Einreichung eines Entwässerungsantrages
2. Planung und Herstellung der Grundstücksentwässerungsanlage
2.1. Der Hauskontrollschacht
2.2. Die Grundstücksentwässerungsanlage
2.3. Die Hausinstallation
2.4. Die Rückstausicherung
2.5. Die Versickerung von Niederschlagswasser
2.6. Abscheideranlagen
3. Baubeginnanzeige und Abnahme
4. Gebühren
5. Auskunft

Information zur Planung und Herstellung von Grundstücksentwässerungsanlagen ( pdf-Datei)

Informationen zum Gewässerschutz

Gewässerschutz beginnt im Haushalt.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und ein unverzichtbares Hilfsmittel im Haushalt. Täglich verbraucht ein erwachsener Mensch 3 l Trinkwasser. Eine weitaus größere Menge nämlich ca. 145 l Trinkwasser pro Tag und Person, werden zum Baden, Duschen, Geschirrspülen, Wäschewaschen und zur Toilettenspülung benutzt.
Nach dem Gebrauch wird aus Trinkwasser Abwasser, das in Kläranlagen gereinigt werden muss, bevor es in Flüsse und Bäche und damit in den Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Für die Abwasserreinigung gibt es mechanische, biologische und chemische Verfahren, in denen Schmutzstoffe in verschiedenen Stufen bis auf eine geringe Restverschmutzung entfernt werden. Kritischer sind Stoffe, wie z.B. Schwermetalle, Mineralöle und Salze, die selbst bei Einsatz hoch entwickelter Reinigungsverfahren nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden können.

Die KOMMUNALE UMWELT-AKTION (U.A.N.) hat in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (VDG) einige Tipps zusammengestellt, wie auch Sie einen Beitrag zur Abwasserentlastung leisten können.

Feste Abfälle
Eine Toilette ist kein Müllschlucker! Feste Abfälle gehören in die Mülltonne; sie können nicht nur Rohre verstopfen, sondern müssen auch mit großem Aufwand bei der Abwasserreinigung wieder herausgeholt werden.
Hausabfallzerkleinerer aller Art sind daher abzulehnen. Bei diesen Geräten steht im Vordergrund, dass aus Gründen der Bequemlichkeit das Abwasser ohne Rücksicht auf die Nachteile für Gewässer ausschließlich als Transportmittel benutzt wird.

Zu den festen Abfällen gehören insbesondere:

• Lebensmittelreste
• Zigarren- und Zigarettenreste
• Textilien, Strümpfe
• Wegwerfwindeln
• Tampons, Binden, Slipeinlagen
• Watte, Ohrenstäbchen
• Rasierklingen, Einmal-Rasierapparate
• Kleintiersand, Katzenstreu
• leere Schachteln und Verpackungen

Die Beseitigung solcher Abfälle auf trockenem Wege sollte für jedermann eine Selbstverständlichkeit sein. In jedes Badezimmer gehört daher ein Abfalleimer.

Reinigungs- und Putzmittel
Reinigungs- und Putzmittel sollten sparsam verwendet werden. Die in den Reinigungsmitteln enthaltenen chemischen Substanzen werden in Kläranlagen oft nur unzureichend abgebaut und gelangen somit lediglich verdünnt in die Gewässer, die hierdurch erheblich belastet werden. Allein in der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 1986 über 2,2 Mio. Tonnen Reinigungs- und Putzmittel produziert.
Das sind pro Einwohner 36 kg.
Besonders aggressiv sind Rohrreinigungsmittel. Diese Mittel können die Hausinstallation und die Kanalisation beschädigen. Gleichzeitig beeinträchtigen sie den Klärwerksbetrieb. Rohrreinigungsmittel bestehen hauptsächlich aus Ätznatron sowie aus Natriumnitrit.
Diese Verbindungen sind gewässerschädlich. Deshalb sollten mechanische Abflussreiniger wie die altbekannte Saugglocke oder die Rohrreinigungsspirale verwendet werden. Neuerdings werden auch sog. Ökovakuumpumpen angeboten. Mit diesen rein mechanischen Mitteln wird mindestens die gleiche Wirkung wie mit chemischen Rohrreinigungsmitteln erreicht.

Waschmittel
Waschmittel enthalten verschiedene Substanzen, die in Kläranlagen nur teilweise abgebaut werden und deshalb erheblich zur Gewässerbelastung beitragen. Waschmittel sollten deshalb sparsam verwendet werden. Dadurch werden nicht nur die Gewässer entlastet, sondern auch Geld gespart.
Die erforderliche Waschmittelmenge richtet sich nach der Wasserhärte. Die Wasserhärte ist von Ort zu Ort verschieden. Auskunft über die Wasserhärten unseres Versorgungsgebietes finden Sie hier.
Zu umweltbewusstem Waschen gehört natürlich auch, dass nur bei voller Waschmaschinentrommel gewaschen wird. Das spart Wasser und Energie. Soweit möglich, sollten Sparprogramme gewählt werden. Bei normal verschmutzter Wäsche sollte auf eine Vorwäsche verzichtet werden. Statt Vollwaschmittel sollte öfter Feinwaschmittel verwendet werden. Diese enthalten keine Bleichmittel und keine optischen Aufheller. Vollwaschmittel sind nur für die Kochwäsche notwendig. Auf die Weichspüler sollte ganz verzichtet werden.

Öle und Fette
Gebrauchte Öle und Fette, die beim Braten und Frittieren anfallen, gehören nicht in Waschbecken oder Toilette, denn sie verkleben die Rohrleitungen. Haushaltsreste an Brat- und Frittierölen sollten stets in geschlossenen Gefäßen (Gläsern, Flaschen) dem Hausmüll beigegeben werden.

Altöl
Altöl aus dem Kraftfahrzeugbereich darf nicht in das Abwasser gelangen. 1 l Öl kann 1 Mio. l Wasser verschmutzen. Wenn der Ölwechsel selbst durchgeführt wird, muss das Altöl aufgefangen werden, damit es nicht im Boden versickert oder in den Straßengully gelangt. Altölkanister gehören auch nicht in den Hausmüll. Verkaufsstellen von Mineralölen (z.B. Tankstellen und Supermärkte) sind seit dem 01. Juli 1987 gesetzlich zur Rücknahme von Altöl verpflichtet. Das Altöl sollte unbedingt an diesen Stellen abgegeben werden.

Farbreste und Lösungsmittel
Farbreste, Pinselreiniger, Kaltreiniger und Lösungsmittel sind Sonderabfälle und gehören auf keinen Fall ins Abwasser. Sie können die Mikroorganismen in der Kläranlage nachhaltig schädigen. Viele derartige Stoffe können in Kläranlagen nicht abgebaut werden und würden lediglich verdünnt in die Gewässer gelangen.
Gebrauchte Farbverdünnungsmittel und Terpentinersatz können in einem geschlossenen Behälter gesammelt werden. Die Schmutzstoffe setzen sich bei längerem Stehen ab. Die Pinselreinigungsmittel können anschließend erneut verwendet werden. Größere Mengen an Farbresten und Lösungsmitteln sind unbedingt zu sammeln und bei den regelmäßigen Sondermüllaktionen abzugeben.
Kleine Farbreste sammeln oder – wenn das nicht möglich ist – in der offenen Dose aushärten lassen und anschließend dem Hausmüll beigeben.
Soweit möglich schadstoffarme, umweltfreundliche Farben benutzen. Die Jury Umweltzeichen hat umweltschonende Produkte mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzmittel sind Gifte; auf sie sollte, wenn irgend möglich, ganz verzichtet werden. Wenn überhaupt, dann sollten derartige Stoffe nur in den Mengen gekauft und angemischt werden, die auch tatsächlich verbraucht werden.
Alte Spritzmittel und andere nicht mehr verwendbare Reste an den Handel zurückgeben oder bei den regelmäßigen Sondermüllaktionen abgeben.
Auf keinen Fall darf die Spritzbrühe in den Ausguss geschüttet werden, da die biologische Funktion der Kläranlagen empfindlich gestört würde.

Altmedikamente
Altmedikamente niemals in die Toilette schütten. Die Bestände an Altmedikamenten sind zurückzugeben. Der Apotheker weiß über die zweckmäßigste Art der Beseitigung Bescheid.

Kanalisationssysteme
Bei den Kanalisationssystemen wird zwischen dem Trennsystem und dem Mischsystem unterschieden:
Beim Trennsystem gibt es zwei Leitungsnetze, eines für das Schmutzwasser und ein zweites für das Regenwasser. Zur Kläranlage führt nur der Schmutzwasserkanal. Das Regenwasser wird in den nächsten Bach oder Fluss eingeleitet. Schmutzstoffe, die in den Gully gelangen, fließen also ungereinigt in die Gewässer.
Beim Mischsystem gibt es nur ein Leitungsnetz. Das Regenwasser wird zusammen mit dem Schmutzwasser zur Kläranlage geführt. Allerdings können weder Kanäle noch Kläranlagen für extrem starke Niederschläge ausgelegt werden, so dass ab einem definierten Verdünnungsgrad ein Teil des Abwassers direkt in die Flüsse oder Bäche geleitet wird.

Autowäsche
Putzabwässer, die z.B. beim Autowaschen oder bei der Treppenhausreinigung anfallen, dürfen nicht in Hof- oder Straßengullys geschüttet werden, die an die Regenwasserkanalisation angeschlossen sind. Über die Regenwasserkanäle gelangt dieses Schmutzwasser ungeklärt in die Gewässer.
Deshalb sollte der Putzeimer immer im Waschbecken oder in der Toilette ausgeleert werden, niemals über dem Straßengully.
Bei jeder Autowäsche tropft öl- und reinigungsmittelhaltiges Schmutzwasser herunter. Deshalb das Auto nicht auf dem Hof oder auf der Straße waschen; letzteres ist in vielen Gemeinden ohnehin verboten. Zum Autowaschen sollten Autowaschplätze aufgesucht werden, die über die notwendigen Einrichtungen, z.B. Ölabscheider, verfügen. Motorwäsche und Unterbodenwäsche sollten der Umwelt zuliebe auf jeden Fall nur dort ausgeführt werden, wo ein Ölabscheider vorhanden ist.

Wie Sie uns helfen können, die Gewässer sauber zu halten
Mal ehrlich, denken Sie manchmal an die Abwasserreinigung, wenn Sie Ihre Toilettenspülung betätigen? Oder erst dann wieder, wenn Ihnen die Abwasserrechnung ins Haus flattert? Dabei könnte jeder einzelne etwas dazu beitragen, daß das Abwasser und damit unsere Umwelt weniger verschmutzt wird. Es ist so einfach, Verschmutzungen zu vermeiden. Was Sie im einzelnen tun können, entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Tabelle:

 

Stoffe, die im Abwasser nichts verloren habenWas sie anrichtenWo sie hingehören
   
Arzneimittelvergiften das Abwasserin der Apotheke abgeben
Binden, Tamponsverstopfen Rohrleitungenin die Mülltonne
Chemietoilettenvergiften das Abwasseran Annahmestellen entsorgen
Farben, Lackevergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Fotochemikalienvergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Fritierfettlagert sich in den Rohren ab und führt zu Verstopfungen erkaltetin den Mülleimer werfen
Heftpflastermüssen in der Kläranlage mühsam entfernt werdenin die Mülltonne
Katzenstreulagert sich in den Rohren ab und führt zu Verstopfungenin die Mülltonne
Korkenmüssen in der Kläranlage mühsam entfernt werdenin den gelben Sack
Motorölvergiftet das Abwasserdorthin zurückbringen wo es gekauft wurde
Ohrreinigerlassen sich häufig in der Kläranlage nicht zurückhalten, verschandeln die Gewässerin die Mülltonne
Pflanzenschutzmittelvergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Pinselreiniger, Lösungsmittelvergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Rohrreinigervergiften das Abwasser, zerfressen Rohrleitungenstatt dessen Saugglocke verwenden
Schädlingsbekämpfungsmittelvergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Speiseresteführen zu Verstopfungen, müssen im Klärwerk mit großem Energieaufwand herausgeholt werdenin die Mülltonne
Tapetenkleisterführt zu Verstopfungenin die Mülltonne
Textilienverstopfen Rohrleitungen, können Pumpen lahmlegenin die Altkleidersammlung
Verdünnervergiften das Abwasserals Sondermüll entsorgen
Vogelsandführt zu Ablagerungen und Rohrverstopfungenin die Mülltonne
WC-Steinevergiften das Abwassersind völlig überflüssig
Windelnverstopfen die Rohrleitungenin die Mülltonne
Zigarettenkippenmüssen in der Kläranlage mühsam entfernt werdenin die Mülltonne
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